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Module der Weiterbildung in Psychosynthese
Modul 1: Personale Psychosynthese
Der Weg, der vom Gewordensein zum Sein, von der Vergangenheit in die Gegenwart, vom Gelebtwerden zum Lebendigsein führt, umfasst alle Methoden und Aspekte der personalen Psychosynthese. Wir sind nicht dazu verurteilt, für den Rest unserer Lebensspanne immer wieder die gleichen Erlebnis- und Verhaltensmuster zu reaktivieren, immer wieder die gleichen Fehler zu machen, die gleichen Herausforderungen zu vermeiden, Gelegenheiten ungenutzt zu lassen oder in die gleichen Fallen zu tappen. Die Prägungen lassen sich in Weisheit, die Teilpersönlichkeiten in Potenziale und die Hindernisse in Herausforderungen verwandeln. Doch zunächst einmal ist die gründliche Erforschung und Aufarbeitung der psychologischen Vergangenheit notwendig, um sie dann schließlich sinnvoll integrieren und transformieren zu können. Auf der Ebene der personalen Psychosynthese bedeutet „Gegenwart“ das Ende der Vergangenheit. Personale Psychosynthese ist mitunter dann erreicht, wenn Vergangenes wirklich der Vergangenheit angehört und die Gegenwart stets neu als jungfräuliche Präsenz erlebt wird.
Themen:
Erforschung der eigenen Konditionierungen, Prägungen und Teilpersönlichkeiten
die Schulung der therapeutischen Introspektion
Kindheit und das untere Unbewusste
angewandte Entwicklungspsychologie: Zusammenwirken von Körper, Gefühl, Verstand und Intuition; Sozialisation und Individualisierung; Identitätsbildung und Selbstgewahrsein
Desidentifikation und Integration
Ankommen in der Gegenwart; Verweilen in der Präsenz
Modul 2: Transpersonale Psychosynthese
Das Sein ist die Ausgangsbasis zum Werden. Wenn das individuelle Bewusstsein im Sein seine Verankerung erfährt, kann es sich ohne Ende weiterentwickeln und entfalten. So nimmt das individuelle Bewusstsein an der kosmischen Evolution des Bewusstseins teil. Es kann gar nicht anders, als mit ihr zu kooperieren, da es ein untrennbarer Teil von ihr ist. Begnügt es sich jedoch mit einer sehr ichbezogenen Art von Harmonie und Zufriedenheit, läuft es Gefahr, zu stagnieren und zu degenerieren. Auch der Mensch, der in einem scheinbar zufriedenen Zustand stehen bleibt, kann krank werden. Dabei handelt es sich um Störungen, die noch viel subtiler und daher schwieriger zu erkennen sind als jene, die als neurotisch bezeichnet werden. Der Weg vom Sein zum Werden umfasst alle Aspekte und Methoden der transpersonalen Psychosynthese. Aus Sicht der transpersonalen Psychosynthese ist die Gegenwart das Potenzial der Zukunft. Die Gegenwart wird zur Quelle von Selbsttranszendenz. Oder in den Worten von Roberto Assagioli ausgedrückt: „Glaube niemals, du wärst am Ziel deiner Reise angekommen. Es gibt immer noch mehr Potenzial zu entdecken und zu verwirklichen“.
Themen:
die personale und die transpersonale Dimension des Wachstums
Kreative Erforschung der transpersonalen Potenziale und Ressourcen
Erforschung des Überbewussten
Evokation von Selbsttranszendenz
von der Verankerung im Sein zur Bestimmung im Werden
Sinnkrisen und Sinnfindung
Wandlungsphasen und spirituelle Krisen
Umgang mit Visionen und transpersonalen Erfahrungen
Synthese von Mystiker und Pragmatiker
Modul 3: Interpersonale Psychosynthese
Ein Mensch, der personal und transpersonal integriert ist, wird auch auf interpersonaler Ebene, in seinen zwischenmenschlichen und sozialen Bezügen, gesund, ausgeglichen, erfüllt und glücklich sein. Die Integriertheit eines gesunden Menschen erkennt man sofort an seinen harmonischen, sinnstiftenden und intakten Beziehungen. Aus Sicht der konventionellen Psychologie und Psychotherapie wird Beziehungsfähigkeit immer nur mit Kompetenzen und Ich-Stärke in Zusammenhang gebracht. Im Vordergrund steht dabei die Funktionalität des Individuums. Man kann darin eine Entartung des Leistungsparadigmas erkennen: Die Prinzipien der Leistung werden auf einen definitiv leistungsfreien Bereich übertragen, so dass nun auch dieser für die seelische Gesundheit äußerst wichtige leistungsfreie Bereich des Privatlebens mit Leistungsstress, Selbstbehauptungsdruck oder “Selbstwert-Stress” (engl.: “ego-anxiety”) belastet wird. Aus transpersonaler Sicht bzw. aus Sicht der Psychosynthese fehlt dabei der Mensch. Das Essenzielle des Menschseins kann nur dann zum Vorschein kommen und mit anderen Menschen gelebt werden, wenn eine Grund-Entspannung und ein Grund-Vertrauen vorhanden sind.
Themen:
Interpersonale Psychosynthese: Integration von Selbstsicherheit und Selbsttranszendenz, Autonomie und Hingabe, Selbstverwirklichung und Anpassung; Lernen durch Beziehungen
Beziehungsmuster; Kommunikation und Interaktionsstile; feminine und maskuline Archetypen
Sexualität und Spiritualität
Transaktionsanalyse; Übertragung, Gegenübertragung, Projektionen
personales, interpersonales und transpersonales Vertrauen
Modul 4: Wille und Liebe
Die Psychologie des Willens ist noch relativ jung. Wir alle machen von dem sogenannten “freien Willen” Gebrauch, und doch lässt er sich neurowissenschaftlich nicht nachweisen. Ethik, Philosophie, alle Bereiche des Handelns und Denkens, Politik und Wirtschaft basieren auf der Willensfähigkeit des Menschen. In unserer Kultur wurde jedoch der „starke Wille“ überbewertet. Er ist ein Kind des viktorianischen Zeitalters, in dem gewaltvolle Erziehungsmethoden und Vorgehensweisen normal waren. In der Wirtschaft und Politik spielt der „geschickte Wille“ die grösste Rolle. Zur Erreichung eines Zieles, z. B. Reichtum oder Macht, scheint für den geschickten Willen beinahe jedes Mittel recht zu sein, ob dabei gelogen, betrogen, verheimlicht oder intrigiert wird. Die dritte Art von personalem Willen, der sog. „liebende Wille“, ist aus Sicht der Psychosynthese die zentrale Kraft, die ein Gesellschaftssystem gesund und lebendig erhält. Er ist die Synthese von Liebe und Wille (auf personaler Ebene) und die Voraussetzung für gesunde Beziehungen. Fehlt er, tritt der Zerfall ein, und zwar sozial, ethisch, spirituell und dann auch materiell. Nach Assagioli gibt es darüber hinaus noch den transpersonalen und den universellen Willen.
Themen:
Arten des Willens in den verschiedenen tiefenpsychologischen Schulen: der Wille zur Lust (nach Freud), der Wille zur Macht (nach Adler), der Wille zum Sinn (n. Frankl)
Arten des Willens nach Assagioli
Arten der Liebe nach Assagioli
Stufen der Synthese von Liebe und Wille
Verzerrungen von Wille und Liebe
innere und äussere Hindernisse
Modul 5: Die Psychosynthese-Typologie
In der Psychosynthese wird eine Typologie nicht nach Störungsbildern, sondern den transpersonalen Qualitäten entsprechend vorgenommen. Diese Unterteilung in Gruppen von Qualitäten hilft hervorragend bei der Entzerrung von neurotischen Ausdrucksformen. Teilpersönlichkeiten können entzerrt und in ihre essenziellen Qualitäten zurückverwandelt werden. Jede Teilpersönlichkeit enthält in ihrem Herzen eine transpersonale Qualität. Die sieben Gruppen bzw. „Strahlen“ von Qualitäten lassen sich sieben Wegen der transpersonalen Selbstverwirklichung zuordnen. Jeder Mensch kann herausfinden, auf welchem Weg er ist und welche anderen Anteile auch noch in ihm schlummern. Spiritualität wird auf jedem dieser Wege als das erfahren, was näher zum Selbst hinführt.
Themen:
Die sieben Archetypen, Strahlen und Wege zum Selbst
geschichtliche Beispiele; angewandte Methoden; Haltungen
Stadien; Hindernisse, Verzerrungen und Pathologien
komplementäre Typen; Beziehungsstile; Spannungs- verhältnisse und Lernaufgaben
Biopsychosynthese der sieben Energien
empirische Persönlichkeitspsychologie
Modul 6: Transformation und Synthese
Während die humanistischen Psychotherapieschulen eine gesunde, starke, kongruente (spannungsfreie) Persönlichkeit als höchstes Ziel anstreben, hat die Psychosynthese noch zwei weitere Stufen anzubieten: Transformation und Synthese. Die spirituellen Wege lehren, dass die vollständige Transformation der Persönlichkeit möglich ist. Die Persönlichkeit löst sich zwar nicht auf in ein „Nichts“, verwandelt sich aber in das transpersonale, unkonditionierte Bewusstsein, das von nun an alle psychologischen Funktionen steuert und mit einem höheren Sinn ausfüllt. Die höheren Stufen der Synthese zielen darauf ab, dass die biologischen, psychologischen und sozialen Prozesse oder Aktivitäten einerseits keinerlei Beeinträchtigungen bzw. Konditionierungen im personalen Bewusstsein mehr hervorrufen oder hinterlassen, andererseits auch nicht mehr durch eine Ego-Struktur behindert werden. Das Bewusstsein von unkonditionierter Liebe, Klarheit, Präsenz, Resonanz und transpersonaler Einheit kann mit zunehmender Stabilität und Dauer aufrechterhalten werden. So wird der Organismus von innen her mit dem permanenten transpersonalen Energiestrom versorgt. Die Yogis nennen diese Energie “Prana”, die Taoisten “Chi”, die tibetischen Buddhisten sprechen von “subtilen” und “sehr subtilen” Energietropfen. Alle meinen damit etwas ähnliches, fokussieren dabei aber unterschiedliche Energiesysteme bzw. unterschiedliche Energiebahnen. Klar ist jedoch: Der Mensch, der sich in die zeitlose Transformation und Synthese, die vom transpersonalen Selbst ausgeht, einschwingt, erlebt eine Verjüngungskur.
Themen:
Evokation transpersonaler Motivationen, Qualitäten und Bewusstseinszustände
Transformation der Ur-Angst; Transformation der Teilpersönlichkeiten
Biopsychosynthese
Präsenz und Resonanz; unkonditioniertes Bewusstsein
Kreativität, Intuition und Spontaneität
Lebendige Synthese von Personalität und Transpersonalität
Nondualität und “Unio Mystica”
Modul 7: Psychosynthese in der Praxis
In diesem abschliessenden Seminarblock werden alle bisher erprobten Übungen und Methoden vertieft und in speziellen Anwendungskontexten besprochen. Der Schwerpunkt ist die Praxis. Bei welchen Problemen, Krisen oder Störungsbildern haben sich welche Methoden der Psychosynthese bewährt? Worauf ist jeweils zu achten? Welche Kontraindikationen gilt es zu berücksichtigen?
personale und transpersonale Pathologien
Psychosynthese-Therapie bei verschiedenen Problemen und Krisen
Indikationen und Kontraindikationen
juristische Rahmenbedingungen
Psychosynthese in verschiedenen Anwendungskontexten: Therapie, Beratung, Coaching, Prävention, Pädagogik, Weiterbildung, Wirtschaft, Politik, Kunst und Musik
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